St.-Martinus-Emmerke

Nachstehend haben wir für Sie die Eckdaten der Emmerker Kirche zusammengestellt. Details sind der unten angeführten Datei zur Geschichte von St. Martinus zu entnehmen.

854
Im Jahre 854 wird in einem Totengedenkbuch im Kloster Corvey ein zur adeligen Oberschicht zählenden Siuwyf genannt, der seinen Hofbesitz in Anmarki (Emmerke) in Scotelingun (Güldener Winkel) an das Kloster schenkte.

1000 - 1020
Bau einer Steinkirche mit rot-weißem Farbwechsel im romanischen Stil auf dem Emmerker Kirchhügel auf Veranlassung von Bischof Bernward (993-1022) aus Hildesheim. Das Patrozinium des Heiligen Martin resultiert aus der Verbindung von fränkischen Mönchen aus Corbie an der Somme, die das Kloster Corvey gegründet haben, zum Kloster Marmoutier bei Tours (Frankreich).

Um 1048
bekam die Hildesheimer Kirche das billungische (sächsisches Adelsgeschlecht von ca. 811 bis 1175) Allodialgut (freier Wirtschaftshof in eigenem Besitz) von Graf Thietmar in Emmerke „übertragen“. Graf Thietmar fiel bei einem gerichtlichen Zweikampf in der Kaiserpfalz Göttingen, da er gegen den Kaiser opponiert hatte. Sein Sohn Tiemo rächte ihn und wurde anschließend von Heinrich III. gebannt, was den Besitzverlust einschloss. Heinrich III. schenkte das „billungische Emmerke“ daraufhin dem Bischof Azelin von Hildesheim (1044-1054).

St. Martinus Emmerke

St. Martinus Emmerke

14./15. Jh.
Einbau einer Gewölbedecke, welche die frühere Holzdecke ersetzt hat.

1552
wurde der Turm erneuert. Dies ist bemerkenswert, da dies in eine Zeit fällt, da kriegerische Auseinandersetzungen an der Tagesordnung waren und in diesem Zusammenhang nicht nur der Emmerker Kirchturm teilweise zerstört wurde. Der kurzfristige Aufbau und die Wiederherstellung des Turmes entsprach sicherlich dem Schutzbedürfnis der Bewohner.

1613
Anschaffung von zwei Messingleuchtern – 36 cm hoch.

1634
Aus diesem Jahr datiert die älteste Notiz aus der Pfarrei Emmerke; eine Kirchenrechnung über 5 rheinische Gulden und 16 Groschen, genehmigt von Caspar Bauermeister.

Um 1650
Renovierung und Erneuerung der demolierten Kirche. Außerdem wurde der innere Turm mit starkem Eichenholz aufgebaut und der Turm mit Schiefer gedeckt sowie die Türen und Fenster erneuert.

1659
Die Weihe der wieder aufgebauten Kirche erfolgte erst circa 100 Jahre später durch den Weihbischof Adam Adami am 19.05.1659. Die Ursache der späten Weihe lag sicherlich in den Wirren des 16. Jahrhunderts sowie dem 1618 bis 1648 stattgefundenen 30-jährigen Krieg begründet. Der an den Turm anschließende Kirchenhallenteil wurde damals mit breiten Kreuzgewölben ausgeführt.

1692
Aus diesem Jahr ist die Monstranz, beschafft von Pfarrer Vondey, der 1694 die Sakristei anbaute.

1694
wurde die Sakristei östlich an der Kirche angebaut. Die Inschrift an der östliche Turmmauer ist wahrscheinlich der Grundstein der Sakristei.

1839
stürzt ein Teil des Gewölbes ein. Im Vorwege war bereits ein Antrag auf Neubau eines Gotteshauses bei Bischof Franz Ferdinand von Hildesheim durch den Pfarrer Domine gestellt worden.

1840
Am 30.04.1840 wird der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Bereits am Martinstag, am 11. November 1840 konnte das erste Hochamt in der noch nicht ganz fertiggestellten Kirche gefeiert werden.  

1841
Endgültige Fertigstellung der Kirche. Durch die gute Bauführung durch Pfarrer Domine und den Bauleiter Schütte konnten die veranschlagten Kosten von 4.000 Reichstalern eingehalten werden. In diesem Jahr wurde auch die Orgel auf der Orgelempore eingebaut.

bis 1843
Am 05.05.1843 wurde die Kirche von Bischof Jakob Wedekind konsekriert und wie der Vorgängerbau dem Bischof Martin als Schutzheiligen geweiht.

1850
wurden Teile des Hochaltars aus der Klosterkirche Escherde, die aufgrund eines Dekretes der Westfälischen Regierung am 16.09.1810 ihren Status als Benediktinerkloster verlor, nach Emmerke übernommen.

1862
Aufgrund von Einwendungen des Kirchenvorstands gegenüber dem bischöflichen Generalvikariat wurde der beim Neubau platte Wandabschluss im Osten aufgebrochen und der Chor vergrößert und eine Apsis angebaut. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die beiden Figuren Joseph und Jakobus in den äußeren gemauerten Nischen der Apsis aufgestellt. Nach der Restaurierung 1938 wurden diese in der Kirche aufgestellt.

1905
Die heutige Sakristei wurde 1905 an der Südostseite der Apsis angebaut.

1909
wurden die neuen Nebenaltäre, erstellt vom Bildschnitzer Stuflesser aus St. Ulrich/Südtirol, eingebaut.

1913
Mit dem Einbau des Hauptaltars, ebenfalls erstellt vom Bildschnitzer Stuflesser aus St. Ulrich/Südtirol, wurde der Chorraum verkleinert, der jetzt nur noch aus der 1862 angebauten Apsis bestand. Gleichzeitig wurden die zwei neuen Fenster im Chorraum gestaltet, an der linken Seite „Jesus mit den Emmausjüngern“, auf der rechten Seite das „Lamm Gottes mit der österlichen Siegesfahne“.

1928
wurde eine neue Kanzel eingebaut, gearbeitet aus Eiche mit geschnitzter Ornamentik. 

1933 bis 1934
Erneuerung weiterer Kirchenfenster.

1960
wird der alte Chorraum abgetragen und auf eine Höhe mit der Kirchenhalle gebracht.

1961
Erneuerung der Kirchendecke. Die alte Lehmdecke wird durch eine Holzdecke ersetzt, die von einem Emmerker Malermeister gestaltet wurde

1976
Aufgrund der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils wurde ein Zelebrationaltar in den Altarraum eingebaut, der von Diözesanbischof Heinrich Maria Janssen geweiht wurde. Dafür wurden die beiden Seitenaltäre abgebaut, es blieben nur die Statuen Maria und Joseph mit Christkind erhalten. Gleichzeit wurden die roten Sandsteinplatten im Fußboden durch Fliesen getauscht. An den Wänden wurden 12 Leuchter für die Symbole der 12 Apostel angebracht.